Origin’s Origin

Origin’s Origin

Sicherheit ist nicht Wissen,
Wissen ist nicht die Wahrheit,
Wahrheit ist nicht Relevanz,
Relevanz ist das Beste.

Die fiktionalisierte Version von Charles Darwins Autobiografie.

Details: 48 Seiten, Taschenbuch, Edition 10 (+1)
Preis: 10,- EUR (inkl. Versand; Bestellung per E-Mail: tb@tommibrem.de)
Verfügbar: 4 / 10

»Als Jugendlicher habe ich gerne Lügenmärchen erzählt.«
(Charles Darwin)

150 und ein paar verquetschte Jahre ist es her, dass Charles Darwin sein Werk »Origin of Species« veröffentlicht hat. Das sollte eigentlich genug Zeit sein, dass die meisten Leute seine Theorie als zumindest eine mögliche Variante akzeptieren können. Eine beträchtliche Anzahl von Menschen bezeichnen seine Theorien allerdings dogmatisch als falsch interpretierte Fakten, als Fantasie, als Fiktion. Nach dem einleitenden Zitat (aus einem der ersten Kapitel der Autobiografie) könnte man das fast glauben … Ich bin der Ansicht, dass jeder ein Recht auf seine Meinung hat. Dennoch halte ich es für erschreckend engstirning, andere Theorien rundheraus abzulehnen, obwohl es unmöglich ist, die eine oder andere Sichtweise zweifelsfrei zu beweisen. Rein wissenschaftlich ist diese Argumentation natürlich wertlos. Aber ein Großteil jeglicher wisenschaftlicher und religiöser Beweisführung übersteigt den Erfahrungsschatz der meisten Durchschnittsbürger, mich eingeschlossen. Ich kann nicht beweisen, wer richtig liegt und wer falsch. Ich kann mich nur entscheiden, dem einen, dem anderen oder keinem zu glauben … oder allen. (Mir persönlich gefällt ja das Bild von Gott als Schrödingers Katze.)

Tatsache ist: Mit zunehmender zeitlicher, räumlicher oder kultureller Distanz zwischen Leser und Text wird jeder Text zu einer mehr oder weniger neutralen Beschreibung von mehr oder weniger wahrscheinlichen Begebenheiten. Ich kann den Wahrheitsgehalt der Biografie eines Mannes, der vor 75 Jahren in Guatemala gelebt hat nicht nachprüfen. Vielleicht ist es ein Roman, vielleicht ist es wahr. Die Entscheidung liegt allein bei mir. Diese Entscheidung wird bestätigt, wenn der Inhalt des Textes meine Sichtweise bestärkt. Es ist also verständlich, dass manche Menschen die Evolutionstheorie für Fiktion halten, und andere die Bibel.

Die Bedeutung eines Textes liegt nur selten in dessen Wahrheitsgehalt. Sie liegt in der Bereitschaft des Lesers, die dem Text zugrunde liegenden Ideen zu akzeptieren, und sei es nur für den Moment.

Um diese Theorie zu demonstrieren, habe ich die Autobiografie bon Charles Darwin in einen Roman verwandelt. Ich habe alle Namen, Orte und Jahreszahlen verändert, habe den Kompass verdreht und kulturelle Anhaltspunkte maskiert. Die Geschichten sind immer noch die selben. Gäbe es jetzt nicht die Möglichkeit, die ursprüngliche Fassung dieses Textes zu recherchieren, dann gäbe es auch keine Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt meiner Aussagen zu prüfen.Vielleicht habe ich ja den gesamten Text frei erfunden? Was wäre der Unterschied?